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04.10.2007
GO-Bio

Chromobodies: Leuchtende Mini-Antikörper zum Wirkstoff-Screening

GO-Bio Runde 2
Dr. Ulrich Rothbauer
Ludwig-Maximilians-Universität München | Chromotek GmbH, Martinsried

Antikorper Virus Zelle
Copyright: 
Markus Schnatmann - Fotolia

Zuwendungsempfänger: Ludwig-Maximilians-Universität München
Förderung: GO-Bio Phase I (01.12.2007 bis 31.12.2010, 1.425.578 Euro)

Zuwendungsempfänger: ChromoTek GmbH
Förderung: GO-Bio Phase II (01.01.2011 bis 30.06.2014, 1.340.288 Euro)

Projektbeschreibung

Antikörper zeichnen sich durch die Fähigkeit aus, dass jedes dieser Moleküle hochspezifisch eine andere Struktur erkennt. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nutzen diese Fähigkeit seit Jahrzehnten in Forschung und Diagnostik, um Biomoleküle oder spezielle Strukturen in Zellen oder Gewebe nachzuweisen. Dafür werden biotechnologisch Antikörper produziert und mit Fluoreszenzfarbstoffen gekoppelt. Allerdings ist bei diesen Analysen meist nur eine Momentaufnahme möglich. Dynamische Prozesse in lebenden Zellen, etwa der Verlauf der Zellteilung, lassen sich damit nicht beobachten, da die bislang benutzten Antikörper für einen Gebrauch in lebenden Zellen zu groß und instabil sind, um korrekt zu funktionieren. Eine Alternative bietet die von Ulrich Rothbauer entwickelte Chromobody-Technologie.

Bei Chromobodies handelt es sich um Antikörper-Fragmente aus Alpakas, die mit fluoreszierenden Molekülen fusioniert werden. Chromobodies sind bis zu zehnmal kleiner als herkömmliche Antikörper und besitzen eine ausreichend hohe Stabilität, um in lebenden Zellen eingesetzt zu werden. Im Rahmen der ersten Förderphase des GO-Bio-Projektes wurde das Konzept erfolgreich für den Einsatz in der biomedizinischen Forschung und Diagnostik entwickelt.

Für die Kommerzialisierung wurde 2008 die Firma ChromoTek GmbH gegründet, die sich mittlerweile im Innovations- und Gründerzentrum Biotechnologie (IZB) in Martinsried bei München angesiedelt hat. In der zweiten Go-Bio-Förderphase will das ChromoTek-Team die Technologie für den Einsatz in Wirkstoff-Screenings der pharmazeutischen Industrie validieren und optimieren. Mit Chromobodies versehene Zelllinien werden auf sogenannte „High-Content Analysen“ getrimmt, bei denen man eine Vielzahl an Messwerten gleichzeitig und in Echtzeit erfassen kann. Des Weiteren sollen Chromobodies für bestimmte Zielstrukturen zur Targetvalidierung im Wirkstoff-Screening maßgeschneidert werden.

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