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04.10.2006
GO-Bio

Die Toxizität von Wirkstoffen und Chemikalien berechnen

GO-Bio Runde 1
Dr. Igor Tetko
Institut für Bioinformatik und Systembiologie (IBIS), Helmholtz Zentrum München | eADMET GmbH

Medikamente Tabletten Blister
Copyright: 
Evgeny Rannev - Fotolia

Zuwendungsempfänger: Helmholtz Zentrum München Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH)
Förderung: GO-Bio Phase I (01.04.2007 bis 31.03.2011, 705.742 Euro)

Zuwendungsempfänger: eADMET GmbH
Förderung: GO-Bio Phase II (01.04.2011 bis 31.03.2014, 809.844 Euro)

Projektbeschreibung

Bevor neue Medikamente auf den Markt kommen, müssen sie eine Vielzahl von Tests überstehen. Der größte Teil dieser Untersuchungen besteht aus sogenannten pharmakokinetischen Analysen, in denen ein Arzneistoff auf unterschiedliche Eigenschaften überprüft wird: seine Aufnahme und Verteilung im Körper, sein biochemischer Um- und Abbau, seine Ausscheidung und seine möglichen schädlichen Auswirkungen. Die Gesamtheit all dieser Tests wird unter dem Prozess ADME/T zusammengefasst.

Igor Tekto beschäftigt sich schon seit vielen Jahren damit, diese Tests mithilfe von computergestützten Verfahren in silico zu simulieren. Auf diese Weise können Arzneimittelforscher schon am Anfang der Suche nach Wirkstoffkandidaten große Substanzbibliotheken ganz gezielt nach bestimmten gewünschten pharmakokinetischen Eigenschaften rastern.

In der ersten Förderphase von GO-Bio hat Tetko mit seinem Team die webbasierte Plattform OCHEM aufgebaut. Diese frei zugängliche Plattform kann sowohl zur Durchforstung relevanter Datenbestände als auch für die Entwicklung von ADME/T-Modellen genutzt werden. 2010 wurde die Firma eADMET GmbH gegründet, die als Software-Entwicklungs- und Beratungsunternehmen speziell für die pharmazeutische und chemische Industrie entwickelte Programme bereitstellt.

In der zweiten Förderphase soll neben der OCHEM Plattform eine weitere Plattform namens iPRIOR entwickelt werden. Diese Software soll dabei helfen, die Toxizität von chemischen Verbindungen zu berechnen bzw. vorherzusagen. Dazu werden Daten aus in vitro Testreihen und in vivo Experimenten derart mit chemischen Daten verknüpft, dass aussagekräftige Schlüsse über das Toxizitätsrisiko der Verbindungen gezogen werden können. Zu den Anwendungsgebieten zählt neben der Entwicklung neuer Arzneimittel auch die Risikobewertung von Chemikalien im Rahmen der EU-Verordnung REACH.

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