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04.10.2014
GO-Bio

Schnellere Stammentwicklung für die industrielle Biotechnologie

GO-Bio Runde 6
Dr. Stephan Binder, Dr. Georg Schaumann
Forschungszentrum Jülich GmbH, IBG-1: Biotechnologie | SenseUp GmbH

DNA Stammzellen
Copyright: 
hywards - fotolia.com

Zuwendungsempfänger: Forschungszentrum Jülich GmbH
Förderung: GO-Bio Phase I (01.09.2014 bis 30.06.2017, 2.535.687 Euro)

Zuwendungsempfänger: SenseUp GmbH
Förderung: GO-Bio Phase II (01.07.2017 bis 30.06.2020, 2.286.063 Euro)

Projektbeschreibung

Mikroorganismen sind die Leistungsträger der Biotechnologie. Bakterien oder Pilze verwandeln nachwachsende Rohstoffe in wertvolle Produkte, zum Beispiel Aminosäuren, Polymer-Bausteine oder Arzneistoffe. Damit Mikroben aber für Spitzenleistungen in der industriellen Produktion geeignet sind, muss ihre genetische Ausstattung optimiert werden.

Bei der Stammentwicklung von Produktionsorganismen stoßen Biotechnologinnen und Biotechnologen aber vielfach an Grenzen. Meist werden bei den Mikroorganismen zufällige genetische Veränderungen im Erbgut ausgelöst und danach werden Milliarden Varianten von unterschiedlich modifizierten Mikroorganismen auf ihre Eigenschaften und Fähigkeiten hin analysiert. Dieses Durchmustern ist aufwendig und bleibt meist lückenhaft. Das Team um Stephan Binder und Georg Schendzielorz hat ein innovatives Stammentwicklungsverfahren erarbeitet, mit dem sich der Prozess deutlich beschleunigen und besser ausschöpfen lässt. Ihr Konzept nennen die Jülicher Forschenden „High-Throughput Screening & Recombineering“, kurz: HTSR. Die HTSR-Technologie haben sie bereits erfolgreich zur Entwicklung von Stämmen für die Aminosäureproduktion eingesetzt.

In der ersten Phase der GO-Bio-Förderung will das Team um Binder und Schendzielorz die Technologie zu einer Plattform ausbauen und für die Entwicklung neuer Mikroben für die industrielle Aminosäureproduktion nutzen. Zudem soll die Technologie weiterentwickelt und auf andere Produktionsorganismen übertragen werden, etwa für die Erzeugung weiterer industrieller Produkte – zum Beispiel Polymer-Vorstufen oder biopharmazeutische Wirkstoffe. Das Ziel des zu gründenden Unternehmens: die Entwicklung hochproduktiver mikrobieller Produktionsstämme für Kunden aus der Chemie- und Pharmaindustrie.

Nachdem das Gründerteam um Dr. Schaumann (ehemals Schendzielorz) in der ersten GO-Bio-Förderphase erfolgreich zeigen konnte, dass die Entwicklung neuer mikrobieller Produktionsstämme mit dem selbst entwickelten „SenseUp-Verfahren“ wesentlich effizienter gestaltet werden kann, wurde im Jahr 2017 das gleichnamige Unternehmen gegründet. 

In der aktuellen zweiten GO-Bio-Förderphase wird nun das primäre Ziel verfolgt, die SenseUp-Technologie in den industriellen Maßstab zu übertragen. Letztlich soll so die Identifikation der produktivsten Stämme auf Grundlage spezifischer Sensorsignale direkt aus dem Produktionsmaßstab ermöglicht werden. 

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