Diagnostische und therapeutische Verwertungsperspektiven kranioenzephaler Tumor-Immunologie : Datum: , Thema: GO-BIO initial
Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) - Univ.-Prof. Dr. med. Björn Scheffler
Sondierungsphase
Zuwendungsempfänger: Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)
Zuwendung: GO-Bio initial Sondierungsphase 4 (01.10.2023 bis 30.09.2024, 100.000,00 Euro)
Die Forschung des Projektteams zeigt erstmalig, dass sich Kompartimente des Immunsystems als dynamischer Bestandteil von Hirntumorerkrankungen im Schädelknochen ausbilden. Diese „kranioenzephalen“ Einheiten sind eine unerwartete Schnittstelle zur Hirntumor-Immunologie.
Das Vorhaben will durch Zugriff auf diese Strukturen zu neuen und besonders nachhaltigen Standards in der Versorgung bösartiger Hirntumore beitragen. Angestrebt sind unter anderem Innovationen in der molekularen und bildgebenden Diagnostik und der Entwicklung neuer medizinischer Geräte für die Onkologie, sowie bei der Herstellung und Anwendung von Pharmazeutika für die personalisierte zelluläre Therapie.
In der Sondierungsphase werden (i) transferrelevante Verwertungsideen geschärft und bestehende Schutzrechte geprüft, (ii) die Zusammenstellung des Teams und externer Partnerschaften durchgeführt, (iii) der Arbeitsplan für die Machbarkeitsphase konkretisiert und (iv) strategische Patentanmeldungen für die Verwertungswege vorbereitet. Zudem werden offene Fragen beantwortet, um (i) den zukünftigen Bedarf der Verwertungsideen klarzustellen und den Markt abzuschätzen, (ii) das Innovationspotenzial zu konkretisieren und (iii) das wissenschaftliche Konzept weiterzuentwickeln.
Machbarkeitsphase
Zuwendungsempfänger: Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)
Zuwendung: GO-Bio initial Sondierungsphase 4 (01.10.2024 bis 30.09.2026, 1.095.774,61 Euro)
Bösartige Hirntumore führen trotz modernster medizinischer Behandlung oft zum Tod. Der aktuelle Standard umfasst die chirurgische Entfernung des Tumors sowie umfangreiche Kombinationsbehandlungen, die verschiedene Therapiemethoden vereinen. TumiKo-ZAP verfolgt einen innovativen Ansatz, um die Immunantwort zu stärken. Ziel ist es, körpereigene Immunzellen, sogenannte Wächterzellen, gezielt zu aktivieren, bevor ein chirurgischer Eingriff erfolgt. Forschungen zeigen, dass diese Zellen ein hohes therapeutisches Potenzial haben und sich im tumornahen Schädelknochen ansammeln.
In der Machbarkeitsphase wird der Demonstrator für ein fortschrittliches Medizingerät entwickelt, das als lokale Schnittstelle für die Behandlung bei Hirntumoren dient. Dieser minimalinvasive Zugang ermöglicht es, medikamentöse und zelluläre Therapien direkt und schonend durch den Knochen einzubringen. Durch diese Schnittstelle können die Wirkstoffe zielgerichtet im Gehirn freigesetzt und von den Wächterzellen weitergeleitet werden. Eine kontinuierliche Messung der lokalen Aktivität ermöglicht zudem Echtzeiteinblicke in den Krankheitsverlauf.
Der Ansatz ist einzigartig, da er Diagnostik, Überwachung und Behandlung von Hirnerkrankungen in einer Weise kombiniert, die bisher nicht existiert. Dies eröffnet neue Perspektiven für die Behandlung von Hirntumoren und stellt einen bedeutenden Fortschritt in der medizinischen Versorgung dar. Hierbei wird auf eine ganzheitliche Lösung gesetzt, welche die Lücke zwischen der aktuellen Standardbehandlung und einer innovativen Immuntherapie schließt.