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18.04.2018
GO-Bio

Hochwertige Peptidmischungen für die gesunde Ernährung aus alternativen Agrarreststoffen

GO-Bio-Runde 8
Prof. Dr. Hans-Jürgen Danneel

Zuwendungsempfänger: Prof. Dr. Hans-Jürgen Danneel
Hochschule-Ostwestfalen-Lippe

Projektbeschreibung

Der Bedarf an proteinreichen und gleichzeitig nachhaltigen Nahrungsmitteln wächst. Die Lebensmittelindustrie setzt hier immer mehr auf pflanzliche Proteine, z. B. aus Erbsen oder Soja. Diese werden in veganen Produkten sowie bei bestimmten Diät-Konzepten, in Sportlernahrung oder in Babynahrung eingesetzt. Ziel des GO-Bio-Projekts „NuTriPep“ ist es, diese Wachstumsmärkte mit hochwertigen Peptidmischungen aus alternativen pflanzlichen Rohstoffen zu beliefern.

Dazu stützt sich das Team um den Diplom-Biochemiker Hans-Jürgen Danneel vom Institut für Lebensmitteltechnik an der Hochschule Ostwestfalen-Lippe auf landwirtschaftliche Nebenprodukte, die bei der Verarbeitung von Hafer, Mais, Raps oder Hopfen anfallen. Diese bislang unterbewerteten Rohstoffquellen will das Team nutzen, um hochwertige Protein-Extrakte zu gewinnen, die herkömmlichen pflanzlichen Proteinen aus Erbsen, Reis, Soja oder Molkereiabfällen überlegen sind. Dafür wurde ein neuartiges Extraktions- und Fraktionierungsverfahren entwickelt. Der Herstellungsprozess kann technisch dem jeweiligen Rohstoff angepasst werden, die Proteinhydrolyse wird schonend und kontrolliert mithilfe von Enzymen durchgeführt.

Bei der Fraktionierung kommt ein prozesschromatographisches Trennverfahren zum Einsatz, das ursprünglich aus der Zuckerindustrie stammt. Die Forscher haben es auf Peptide angewandt und so ermöglicht, unerwünschte Bestandteile zu entfernen und gleichzeitig wertvolle Inhaltsstoffe sowie funktionelle Eigenschaften anzureichern.

Im Rahmen der GO-Bio-Förderung sollen die wirtschaftliche Machbarkeit der Technologie ausgelotet und der „Proof of Technology“ anhand einer technischen Pilotanlage (Maßstab: 50 kg pro Tag) erbracht werden. Das Ziel: neue hochwertige Peptidmischungen zu entwickeln, die den Ansprüchen der Kunden an ein ökologisches und ernährungsphysiologisch wertvolles Produkt genügen und bessere Eigenschaften als bisherige pflanzliche Proteine aufweisen. Dazu will das Gründerteam mit potentiellen Kunden Produktmuster für ihre spezifischen Anwendungen entwickeln. Aufgrund des hohen Anwendungsbezugs wurde das Projekt in die zweite Förderphase eingeordnet. Somit ist zu Projektbeginn die Gründung einer Firma geplant, die die pflanzenbasierten Peptidmischungen als Lebensmittel-Zusätze für Diätprodukte, Sportler-, Baby- und Seniorennahrung entwickelt. Nach Ende der Förderung sollen die Produkte im Industriemaßstab (500 t pro Jahr) hergestellt werden.

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