Link versenden
18.04.2018
GO-Bio

Impfstoff gegen Zecken

GO-Bio-Runde 8
Prof. Dr. Michael Hust
Technische Universität Braunschweig, Fakultät 2 – Lebenswissenschaften – Institut für Biochemie, Biotechnologie und Bioinformatik – Abteilung Biotechnologie

Zuwendungsempfänger: Technische Universität Braunschweig

PROJEKTBESCHREIBUNG

Zecken können zahlreiche lebensbedrohende Krankheiten übertragen, hier sind in Deutschland die Borreliose und die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) am wichtigsten. Allein in Deutschland kommt es geschätzt zu 60.000-200.000 Borreliose- Erkrankungen pro Jahr. In den USA wird die Anzahl der Fälle auf mehr als 300.000 Fälle pro Jahr geschätzt. Neben Borreliose und FSME können aber noch zahlreiche weitere Erkrankungen (z.B. Tularämie/Hasenpest, Rocky-Mountain-Fleckfieber, Humane Granulozytäre Anaplasmose oder Babesiose) übertragen werden. Aufgrund dieser starken Diversität von Erregern und Serotypen ist eine Impfstrategie mit verschiedenen Vakzinen gegen die individuellen durch Zecken übertragenen Erkrankungen nicht praktikabel.

Das GO-Bio-Team um den Braunschweiger Michael Hust will daher einen Impfstoff entwickeln, der sich gezielt gegen die Zecken richtet. Das Ziel: ein breiter Impfstoff gegen relevante Zeckenarten in Europa und Nordamerika. Die Forscher richten sich dabei nicht auf die Erreger selbst, sondern auf die Tiere als Krankheitsüberträger. Sie wollen sich zunutze machen, dass eine Krankheitsübertragung nicht sofort passiert. Nach dem Zeckenbiss dauert es etwa 24 bis 36 Stunden, bis die Zecke Blut saugen kann und potenzielle Krankheitserreger übertragen werden können. Hinzukommt: Bestimmte Menschen sind gegen Zecken resistent. Mithilfe des Blutes solcher Menschen sowie einer speziellen Phagen-Technologie haben die Forscher in einem Screening eine Reihe von immunogenen Proteinen und Peptiden im Zeckenspeichelsekret identifiziert. Diese dienen nun als Basis des Impfstoffes. Aus der Kombination dieser Moleküle soll ein wirksamer Impfstoff gegen Zecken entstehen.

Mit der GO-Bio-Förderung will das Team den Ansatz als Proof-of-Concept im Tiermodell zeigen. Die Mausversuche werden dabei vom US-Kooperationspartner Thomas Mather von der University of Rhode Island durchgeführt. Nach Ende der Förderung ist die Gründung der Firma Norden Vaccines GmbH geplant. Diese soll die klinische Entwicklung des Impfstoffes im Menschen umsetzen. Langfristig ist der Einsatz der Technologieplattform auch bei anderen Impfstoffen denkbar.

Back to top of page