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04.10.2009
GO-Bio

Licht aus dem Körper hören - die nächste Generation der Bildgebung

GO-Bio Runde 3
Prof. Vasilis Ntziachristos, Christian Wiest
Institut für Biologische und Medizinische Bildgebung (IBMI), Helmholtz Zentrum München | iThera Medical GmbH

Copyright: 
BIOCOM

Zuwendungsempfänger: Helmholtz Zentrum München Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH)
Förderung: GO-Bio Phase I (01.06.2010 bis 30.09.2011, 1.167.683 Euro)

Zuwendungsempfänger: iThera Medical GmbH
Förderung: GO-Bio Phase II (01.10.2011 bis 31.12.2013, 1.877.930 Euro)

Projektbeschreibung

Die Entwicklung des Mikroskops vor gut 400 Jahren hat der Wissenschaft ungeahnte Einblicke ermöglicht. Bei lebenden Organismen stößt die konventionelle Lichtmikroskopie jedoch an ihre Grenzen. Vasilis Ntziachristos vom Helmholtz Zentrum München verfolgt deshalb einen neuen Ansatz zur Untersuchung lebender Organismen: Mit extrem kurzen Laserblitzen dringt er zentimetertief in lebendes Gewebe vor. Durch Absorption der Laserblitze erwärmen sich Zellen und Moleküle und dehnen sich aus. Die so entstehenden winzigen Druckwellen können als schwache Ultraschallsignale aufgezeichnet werden.

Aus den Schallsignalen errechnen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Echtzeit ein hoch aufgelöstes Bild aus dem Inneren des Organismus. Um diese „Multi-Spektrale Opto-akustische Tomographie“ (MSOT) zur Produktreife zu entwickeln und zu vermarkten, 2010 haben die Professoren für biologische Bildgebung Vasilis Ntziachristos und Daniel Razansky gemeinsam mit Geschäftsführer Christian Wiest die iThera Medical gegründet. Mit Hilfe der einjährigen Förderung im Rahmen von GO-Bio konnte die Firma gleich mit sieben Mitarbeitern, Ingenieuren und Anwendungswissenschaftlern starten und einen Prototypen entwickeln, der in der Forschungsabteilung eines US-Pharmaunternehmens in der präklinischen Forschung getestet wurde.

2011 wurde eine Serie-A-Finanzierung mit den Investoren BayBG Bayerische Beteiligungsgesellschaft mbH, dem Family Office Mey Captial Matrix GmbH aus München und der Extorel GmbH abgeschlossen. Im Rahmen der GO-Bio-Förderung ist es auch gelungen, die Entwicklung eines weiteren Prototyps vorantreiben, der mit einer Handsonde ausgestattet für Untersuchungen am Menschen eingesetzt werden kann. Außerdem wurden Kontrastmittel entwickelt, die speziell auf den Einsatz bei Patientinnen und Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen abgestimmt sind.

Fortschritte durch und nach der GO-Bio-Förderung

Seit Mai 2012 ist ein serienreifes Produkt für die präklinische Forschung im Markt. Seither liefert das Unternehmen an Forschungseinrichtungen, Kliniken und Unternehmen rund um den Globus, von den USA bis nach China. Um das Potenzial der Technologie für verschiedene Anwendungen möglichst vollständig auszuschöpfen, hat die iThera Medical inzwischen zahlreiche internationale Partnerschaften aufgebaut. Zusammen werden mehrere Einsatzgebiete der Geräte in der präklinischen und klinischen Forschung und klinischen Diagnostik, u.a. in den Bereichen von Krebs-, Herz-Kreislauf- und neurologischen Erkrankungen getestet.

Ende 2013 konnte iThera Medical in größere Räumlichkeiten auf dem Luitpold-Gelände im Münchner Stadtteil Sendling umziehen und dort eine eigene Produktion aufbauen. Im Jahr 2014 hat das Unternehmen den „Deutschen Innovationspreis“ in der Kategorie Start-ups gewonnen. Im März 2015 wurde die zweite Finanzierungsrunde erfolgreich abgeschlossen. Damit wurde auch ein Grundstein gelegt, die Marktzulassung des Geräts für den klinischen Einsatz am Menschen zu erreichen. Diese wurde 2015 für Europa und Ende 2016 für die USA erreicht. Seitdem sind die Geräte der iThera Medical in mehreren klinischen Studien zu Krebs- und Entzündungserkrankungen im Einsatz.

Langfristig soll MSOT ein fester Bestandteil der klinischen Routine-Diagnostik werden. Aktuell hat die iThera Medical GmbH 30 Mitarbeiter (Stand: 01/2018). 

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