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04.10.2016
GO-Bio

Mit einem HIV-Protein die Abstoßung von Transplantaten lindern

GO-Bio Runde 7
Dr. Andrea Tüttenberg
Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Haut- und Poliklinik

HIV Virus
Copyright: 
psdesign1 – Fotolia

Zuwendungsempfänger: Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Förderung: GO-Bio Phase I (01.08.2016 bis 31.01.2019, 3.328.845 Euro)

Projektbeschreibung

Eine gefürchtete Komplikation nach einer Stammzell- oder einer Organtransplantation ist die immunologische Abstoßungsreaktion zwischen Spendergewebe und Empfänger. Mithilfe immunsuppressiver Medikamente versuchen Medizinerinnen und Mediziner, diese gefährliche Überreaktion der körpereigenen Abwehr zu verhindern oder zumindest zu dämpfen. Dadurch steigt für die Betroffenen wiederum das Risiko, sich mit schwerwiegenden Infektionskrankheiten anzustecken.

Das Mainzer GO-Bio-Team um die Dermatologin Andrea Tüttenberg will einen natürlichen Mechanismus der Immunregulation gezielt beeinflussen, um eine überschießende Immunreaktion zu vermeiden. Als Schlüsselspieler des Immunsystems haben die Mainzer Biomedizinerinnen und -mediziner die regulatorischen T-Zellen ins Visier genommen. Diese sorgen als „Wächter der Immuntoleranz“ dafür, dass die Körperabwehr nicht aus dem Ruder läuft.

Das aus der Hülle von HI-Viren stammende, nicht-infektiöse Glykoprotein GP120 ist in der Lage, regulatorische T-Zellen zu aktivieren. Durch diesen Impuls wird ein überhitztes Immunsystem wieder heruntergefahren. Damit kommt GP120 potenziell als Wirkstoff infrage, der zur Vermeidung einer Transplantatabstoßung oder zur Linderung einer Autoimmunerkrankung verabreicht werden kann.

Im Rahmen von GO-Bio will das Mainzer Team das Protein GP120 als aktivierenden Zusatz im Rahmen einer Zelltherapie entwickeln. Auf dem Weg zu einem solchen „Arzneimittel für neuartige Therapien“ (ATMP) können sich die Forscher auf GP120-Ressourcen aus der Impfstoffentwicklung stützen. Ziel der ersten GO-Bio-Phase ist neben der präklinischen Entwicklung der Zelltherapie auch eine Biomarkeranalyse. Diese soll dabei helfen, Patientengruppen zu identifizieren, die von der zellulären GP120-Immuntherapie am meisten profitieren können. Mit der Gründung eines Biotech-Unternehmens soll die Basis zur effizienten Entwicklung und kommerziellen Anwendung von GP120 als Arznei gegen Transplantat-Abstoßung und Autoimmunerkrankungen geschaffen werden.

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