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04.10.2014
GO-Bio

Mit maßgeschneiderter Immuntherapie Gelenkrheuma heilen

GO-Bio Runde 6
Prof. Dr. Harald Burkhardt
Fraunhofer- Institut für Molekularbiologie und Angewandte Ökologie IME, Projektgruppe Translationale Medizin und Pharmakologie TMP, Frankfurt am Main

Fussgelenk
Copyright: 
Sebastian Kaulitzki - Fotolia

Zuwendungsempfänger: Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V.
Förderung: GO-Bio Phase I (01.04.2015 bis 30.06.2018, 3.440.708 Euro)

Projektbeschreibung

Ziehende Schmerzen in Gelenken, der Wirbelsäule, Muskeln und Sehnen – Rheuma verändert das Leben der Betroffenen dramatisch. Bei der Behandlung von entzündlichen Erkrankungen wie der Rheumatoiden Arthritis (RA) wird in der Regel das aus den Fugen geratene Immunsystem unspezifisch gedämpft. Das führt zwar häufig zu einem günstigeren Krankheitsverlauf, doch eine dauerhafte Linderung oder gar eine Heilung sind eher die Ausnahme.

Harald Burkhardt und sein Team machen sich daran, eine personalisierte, nachhaltig wirksame und dazu noch gut verträgliche Therapie für die RA zu entwickeln. In der in Frankfurt angesiedelten Fraunhofer-IME Projektgruppe verfolgen die Forscher den Ansatz einer auf die jeweiligen Betroffenen zugeschnittenen Immuntherapie, mit der die Überreaktionen des Immunsystems gebändigt werden sollen. Unter dem Arbeitstitel „aidCure“ ist in der ersten GO-Bio-Phase geplant, Proteinkomplexe bestehend aus sogenannten MHC-Klasse II- und Gelenkknorpel-Molekülen biotechnologisch herzustellen. Die Idee: Diese Proteinmoleküle helfen dabei, das Immunsystem zu mehr Selbsttoleranz zu erziehen; die von ihm irrtümlich als Eindringling eingestuften körpereigenen Gelenkstrukturen werden durch diese Umerziehung wieder in Ruhe gelassen.

Im Tiermodell hat der Ansatz schon überzeugt. Das Team um Burkhardt will die Entwicklung des Immuntherapeutikums nun vorantreiben und es in die klinische Prüfung am Menschen überführen. Wie für eine personalisierte Therapie üblich, sollen die Komplexe auf die charakteristischen immungenetischen Anlagen der Betroffenen individuell abgestimmt werden. Für den Anfang haben sich die Forschenden eine bestimmte Variante der MHC Klasse II-Moleküle ausgewählt, die bei Betroffenen besonders häufig ist: Etwa die Hälfte europäischstämmiger RA-Patientinnen und Patienten besitzt sie. Das aidCure-Team geht davon aus, dass sich dieses Therapieprinzip auch auf weitere Autoimmunerkrankungen wie die Multiple Sklerose übertragen lässt.

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