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01.06.2014
Spinnovator

Mit Peptiden Krebsmetastasen aufhalten

Spinnovator
Dr. Matthias Klaften
amcure GmbH, Eggenstein-Leopoldshafen

Copyright: 
Pixabay

Zuwendungsempfänger: amcure GmbH
Förderung: 01.06.2014 bis 28.02.2019, 4.236.315 Euro

Projektbeschreibung

Trotz großer Fortschritte in der Krebstherapie - insbesondere durch die Immunonkologie in den letzten Jahren - besteht nach wie vor dringender medizinischer Bedarf für neue Therapiekonzepte in der Behandlung von metastasierenden Tumoren. Ein vielversprechender Ansatz nutzt Peptide, die in zentrale Signalwege des Tumorwachstums eingreifen, die Neubildung von Tumoren hemmen und die Migration von Krebszellen und deren Invasion in andere Organe blockieren, ohne andere Zellarten oder Organe signifikant zu beeinflussen.

Die im Jahr 2012 als Ausgründung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) gegründete amcure verfolgt genau diesen Ansatz und entwickelt neue Therapeutika für Krebspatienten auf Peptidbasis. Seit 2014 befindet sich der Wirkstoff AMC303 in der präklinischen und klinischen Entwicklung. Das Molekül bindet spezifisch an das Oberflächenmolekül CD44v6, welches bei vielen Tumorarten eine wichtige Rolle spielt – insbesondere bei der Ausbreitung und Entstehung von Metastasen. Bei einigen Tumoren deutet eine hohe Expression von CD44v6 auf den Tumorzellen auf eine schlechte Prognose hin. Die Blockierung dieses Oberflächenmoleküls mit dem Wirkstoff von amcure könnte langfristig ganz neue Anwendungen in der Tumortherapie eröffnen. Nach ersten vielversprechenden präklinischen Tests wird seit Oktober 2016 der Wirkstoff AMC303 in einer ersten klinischen Studie an drei europäischen Krebszentren getestet. Diese Studie untersucht vorrangig, wie die Substanz bei der Anwendung am Menschen vertragen wird. Sollten sich die Beobachtungen aus den präklinischen Tests bestätigen, könnte amcure mit AMC303 den Grundstein für eine wesentlich effektivere Tumortherapie mit weniger Nebenwirkungen legen.

Die Entwicklung des Wirkstoffes AMC303 und die laufende klinische Studie wird seit 2014 mit Hilfe von Investoren (Serie A im Mai 2014 über 3,7 Mio. Euro, Serie B im Dezember 2016 über 6 Mio. Euro) und Fördergeldern aus dem Spinnovator-Programm des BMBF in Höhe von insgesamt 4,2 Mio. Euro vorangetrieben. Zu den Investoren der amcure GmbH gehören unter Führung der LBBW Venture Capital die KfW, die MBG Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Baden-Württemberg, die S-Kap Unternehmensbeteiligung, das KIT und private Investoren. Einschließlich der öffentlichen Fördergelder hat amcure damit bisher insgesamt 13,9 Mio. Euro eingeworben.

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