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26.05.2017

600.000 Euro für Biomarker-Testverfahren von Signatope

Der High-Tech Gründerfonds investiert in das Reutlinger GO-Bio-Start-up Signatope zur Weiterentwicklung eines neuen Biomarker-Testverfahrens für die Medikamentenentwicklung.

Eine Blutprobe wird pipettiert.
Selbst geringste Mengen aus Blut- oder Urinproben reichen zur Identifizierung der Biomarker.
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Pixabay

Bevor Medikamente zugelassen werden, müssen sie eine Reihe an Tests durchlaufen – zunächst in Zellkulturen und Tiermodellen und schließlich unter strengen Regeln in klinischen Studien am Menschen. Anhand verschiedener biologischer Parameter, sogenannter Biomarker, kann gemessen werden, ob biologisch normale oder krankhafte Prozesse in einem Körper ablaufen. Die Wirkung eines Medikaments und der Verlauf einer Behandlung können auf diese Weise kontrolliert werden. Allerdings unterscheiden sich die Biomarker zwischen Menschen und Tieren, sodass man bislang eine Vielzahl verschiedener Tests für die Analyse bei der Medikamentenentwicklung benötigt.

High-Tech Gründerfonds finanziert Weiterentwicklung der Tests

Das Forscherteam um Oliver Pötz vom Naturwissenschaftlichen und Medizinischen Institut (NMI) der Universität Tübingen arbeitet an zuverlässigen Biomarker-Tests für die Wirkstoffentwicklung, die nicht nur beim Menschen, sondern auch art-übergreifend bei Tieren eingesetzt werden können. Als Gewinner des GO-Bio-Wettbewerbs 2012 gründete das Team 2016 die Firma Signatope GmbH. Nun hat das Reutlinger Start-up 600.000 Euro vom High-Tech Gründerfonds (HTGF) zur Weiterentwicklung der Proteintests erhalten. „Das Team konnte uns mit der zukunftsträchtigen Technologie überzeugen. Nicht-invasive Biomarkertestverfahren werden im Vergleich zu den klassischen Methoden mit Gewebeschnitten in der Arzneimittelentwicklung immer wichtiger“, erläutert Lena Krzyzak, Investment Managerin beim HTGF.

Organschäden und Medikamentenwirkungen nachweisen

„Unser Verfahren liefert unabhängig vom gewählten Testmodell quantitativ vergleichbare Daten. Wir können in Urin- oder Blutproben selbst geringste Mengen der Biomarker identifizieren. Das spart signifikant Zeit und Kosten bei der Arzneimittelentwicklung“, erklärt Oliver Pötz, Geschäftsführer der Signatope. Mit den hoch-spezifischen Proteintests können Organschädigungen und Medikamentenwechselwirkungen nachgewiesen werden. Diese Assays eignen sich wegen ihrer speziesübergreifenden Einsatzmöglichkeiten sowohl für präklinische Studien als auch für klinische Phase-I-Studien in der Medikamentenentwicklung. Dies ermöglicht Pharmaunternehmen eine gezieltere und effizientere Wirkstoffentwicklung.

Mehr Sicherheit in der Medikamentenentwicklung

Durch die Assays wird nach Einschätzung des Unternehmens die Entwicklung von Medikamenten zudem sicherer. Dies ist wichtig, denn immer noch kommt es vor, dass trotz intensiver präklinischer Untersuchungen Medikamente aufgrund ihrer toxischen Eigenschaften auch noch nach einer Zulassung vom Markt genommen werden müssen. Hier kann die Signatope-Methode helfen, denn mit ihr lässt sich die Toxizität von Wirkstoffen auch in frühen Entwicklungsphasen besser vorhersagen. Zudem soll mit der Methode die Anzahl an Tierversuchen verringert werden. Inzwischen konnte das Start-up namhafte Kunden aus der Pharmabranche für seinen Analytik-Service gewinnen.

bp

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