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30.01.2020

Positive Phase-II-Ergebnisse bei AdvanceCor

Erste Phase-II-Studie für Revacept erfolgreich abgeschlossen: Das Medikament verhindert lokal die Entstehung von Blutgerinnseln in Arterien.

Revacept von Advancecor sorgt dafür, dass Blutplättchen lokal nicht aktiviert werden.
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Das Biotechnologie-Unternehmen AdvanceCor berichtet vom erfolgreichen Abschluss der ersten Phase-II-Studie mit Revacept. Die Ergebnisse der Studie waren insgesamt positiv. Im Vergleich mit der Placebo-Gruppe traten bei der mit Revacept behandelten Gruppe deutlich weniger Schlaganfälle (Hirninfarkte) auf. An der doppelt verblindeten und randomisierten Studie nahmen 158 Patienten teil, die an einer symptomatischen Verengung der Hals-Schlagader litten und damit ein deutlich erhöhtes Schlaganfall-Risiko hatten. Die positiven Ergebnisse der Studie lassen auf einen breiten Einsatz hoffen.

Revacept ist das Flaggschiff des Münchener Unternehmens. Bei dem Wirkstoff handelt es sich um ein humanes Fc-Fusionsprotein, das lokal die Aktivierung von Blutplättchen (Thrombozyten) verhindert. Vereinfacht ausgedrückt bedeckt das Präparat kleine Verletzungen in der Arterie wie eine Art Gefäßpflaster und verhindert dort lokal Blutgerinnsel. Im Gegensatz zu bislang eingesetzten Blutverdünnern beeinflusst Revacept nicht die allgemeine Blutstillung mit dem Risiko für potenziell lebensbedrohliche Blutungen. Dies konnte AdvanceCor bereits in einer kontrollierten Phase-I-Studie am Menschen erfolgreich zeigen.

Eine größere klinische PhaseII-Studie mit Revacept bei Patienten mit koronarer Herzerkrankung läuft aktuell. Für diese Studie kooperiert AdvanceCor mit den Teams von Prof. Adnan Kastrati vom Deutschen Herzzentrum München und von Prof. Steffen Massberg vom Klinikum Großhadern der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Mit der Studie soll ein weiterer Anwendungsbereich von Revacept erschlossen werden. Die Erwartungen an das Biotechnologie-Unternehmen sind groß. Die AdvanceCor ist aus der Corimmun GmbH hervorgegangen, die Janssen-CILAG aus Neuss 2012 für 100 Millionen US-Dollar übernommen hat. Einen Anteil des Erlöses steckte der Mitgründer Götz Münch in die neue Firma AdvanceCor, die nun viele Projekte der Corimmun weiterführt. Die Firmengründung der Corimmun wurde durch das BMBF im Rahmen der GO-Bio-Förderung unterstützt.

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