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15.11.2017

SenseUp: Millionen für innovative Sensor-Technologie

Jülicher Forschende starten mit ihrem Jungunternehmen SenseUp in die 2. GO-Bio-Phase: Mit einer speziellen Technologie finden sie hochproduktive Bakterien für Biotech-Anwendungen.

Mit der „SenseUp-Technologie“ beginnen hochproduktive Bakterienstämme auf sogenannten Flowerplates zu leuchten und sind so schnell zu finden.
Mit der „SenseUp-Technologie“ beginnen hochproduktive Bakterienstämme auf sogenannten Flowerplates zu leuchten.
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Forschungszentrum Jülich

Mikroorganismen sind die Arbeitstiere in der industriellen Biotechnologie. Mit ihnen können wertvolle Grundbausteine für Nahrungsmittel oder Medikamente hergestellt werden. Deshalb wird fortlaufend nach leistungsfähigen Stämmen gesucht. Diese sind aber oft schwer zu finden. Das Team um Georg Schaumann und Stephan Binder gehörte 2014 zu den Gewinnern der 6. GO-Bio-Runde. Seit drei Jahren haben sie am Forschungszentrum Jülich an einem besonderen Sensorverfahren getüftelt – mit großem Erfolg: Mit der frisch gegründeten SenseUp GmbH startet das Team nun in die Kommerzialisierungsphase.

3,5 Mio. Euro Investoren- und Fördergelder

Bereits in der ersten Förderphase gelang es Schaumann und Binder die Technologie bis zur Marktreife zu entwickeln. Nun wollen sie als Jungunternehmer gemeinsam mit einem achtköpfigen Team das Verfahren vom Labor in den industriellen Maßstab überführen. Für das „Scale-up“ stehen ihnen Investoren- und Fördergelder in Höhe von 3,5 Millionen Euro zur Verfügung. Rund 2,3 Millionen davon stammen allein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), das die Forschenden auch in der zweiten GO-Bio-Phase unterstützt.

Exzellenz und Unternehmergeist verbinden

Seit dem 1. Juli 2017 arbeitet das Team in eigenen Labor- und Büroräumen auf dem Campus des Forschungszentrums Jülich, wenn auch nicht mehr als Mitarbeiter, so doch in räumlicher Nähe zum Institut für Biotechnologie (IBG-1). „Das IBG-1 hat maßgeblich zu unserem Erfolg beigetragen, bisher als Inkubator und Förderer unserer Ausgründung und jetzt als Partner“, betont Schaumann. „Das hat uns motiviert, auch in der kommenden GO-Bio-Phase unseren Standort im Forschungszentrum zu belassen.“ Dies sei wichtig, um den intensiven Wissensaustausch aufrechtzuerhalten.

Auch Forschungsstaatssekretär Thomas Rachel, der den Förderbescheid persönlich überreichte, freut sich über die Standortwahl von SenseUp. „Das zeigt, dass der Standort Jülich durch die enge Anbindung an das Forschungszentrum sowie die Nähe zum Technologiezentrum große Vorteile und Chancen für Unternehmensgründer bietet“, so Rachel.

Leuchtenden Hochleistungsbakterien im Akkord finden

Die Idee zu einer speziellen Sensortechnologie haben die beiden Gründer während ihrer Doktorarbeit entwickelt und sind dafür 2016 mit dem Innovationspreis des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet worden. In der Regel müssen viele Bakterienstämme über einen langen Zeitraum untersucht werden, will man solche identifizieren, die die gewünschten Produkte herstellen. Um die gewünschten Bakterienstämme schnell zu finden, schleusten die Forscher ein ringförmiges Sensormolekül in die Zellen ein. Dadurch beginnen die Mikroorganismen zu leuchten, wenn sie die gewünschte Substanz herstellen. Mit einem Zellsortierer und einem Laserstrahl können die Mikroorganismen im Akkord aussortiert werden – 50.000 pro Sekunde. Die Zellen, die am hellsten leuchten, werden dann vermehrt und weiter untersucht.

Das Team konnte auf diese Weise bereits Bakterienstämme entwickeln, die Aminosäuren produzieren – wichtige Eiweißbausteine und Rohstoffe für die Nahrungsmittelindustrie. Darüber hinaus sollen nun auch Bakterienstämme gefunden werden, die Eiweiße (Proteine) herstellen. Sowohl Aminosäuren als auch Proteine gewinnen für Nahrungsergänzungsmittel und als medizinische Wirkstoffe zunehmend an Bedeutung.

bp

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