Link versenden
31.01.2019

Team um iThera Medical erhält 2,3 Millionen Euro

Das von iThera Medical geleitete EU-Konsortium wird aus dem europäischen “Fast Track to Innovation“-Programm gefördert. Ziel ist es, die sogenannte MSOT-Technologie voranzutreiben.

Aufnahme des Darms im bildgebenden Verfahren
Copyright: 
Sebastian Kaulitzki - fotolia / ©SL

Neben vielen anderen Investoren glaubt auch die Europäische Kommission an die Technologie des Münchener Medizintechnik-Start-up iThera Medical. Im Rahmen des “Fast Track to Innovation“-Förderprogramms gewährt sie dem Konsortium rund um das Start-up 2,3 Mio. Euro für die Weiterentwicklung seiner laserlichtbasierten MSOT-Technologie (Multispectral Optoacoustic Tomography). Dabei handelt es sich um ein System zur Erkennung und Behandlung entzündlicher Darmerkrankungen. Mit dem neuen Geld soll die Sensibilität und Wirksamkeit der Technologie verbessert und die noch junge Erfindung in die Routine-Diagnostik überführt werden.  

Neben dem Münchener Unternehmen gehören dem Team um das Forschungsprojekt mit dem Namen EUPHORIA (Enhancing Ultrasound and PHOtoacoustics for Recognition of Intestinal Abnormalities) vier weitere Partner an: das Unternehmen IMASONIC aus Frankreich – führend in der Ultraschalldetektortechnologie, RAYFOS aus Großbritannien – spezialisiert auf Bildverarbeitungssoftware, das Universitätskrankenhaus Erlangen aus Deutschland – erfahren in der präklinischen und klinischen Erforschung entzündlicher Darmerkrankungen und Pintail Limited aus Irland – ein Kommunikationsunternehmen mit Wissenschaftsfokus.

Die von iThera entwickelte MSOT-Technologie nutzt den sogenannten photoakustischen Effekt – die Umwandlung von Lichtenergie in Schallwellen – um unterschiedliche Gewebetypen im Körper zu charakterisieren, zu differenzieren und in 3D-Bilder umzusetzen. Im Gegensatz zu herkömmlichen bildgebenden Verfahren können so Konzentrationen und räumliche Verteilungen bestimmter biologischer Marker-Moleküle wie etwa Hämoglobin, Melanin, Wasser oder Lipide gemessen und dargestellt werden. Bisher ist solch eine Diagnose oft nur durch invasive Eingriffe wie Endoskopien oder Biopsien möglich. Die Vorteile der neuen MSOT-Technologie werden vor allem im Vergleich mit herkömmlichen Methoden sichtbar. Die Methode ist nicht-invasiv und kann deshalb öfter eingesetzt werden, was die Behandlung intensiviert, verbessert und komfortabler für die Patienten macht. Während es bei der Endoskopie zu Darmverletzungen kommen kann, wird bei der MSOT-Technologie auf Licht gesetzt. „Mit den Mitteln von EUPHORIA können wir Ärzten und Patienten ein nicht-invasives und schnelles Diagnostikinstrument zur Verfügung stellen und so Qualität und Komfort der Versorgung deutlich verbessern“, so Dr. Philipp Bell, kaufmännischer Leiter von iThera Medical. 

Das Start-up wurde von 2011 bis 2013 durch die GO-Bio-Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) mit einer Millionenförderung unterstützt (mehr dazu). 2014 erhielt iThera den Deutschen Innovationspreis. 

Mehr Informationen über EUPHORIA gibt es hier  https://euphoria2020.eu/

Back to top of page