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03.07.2019
Innovationsakademie Biotechnologie

Neuartige Vektorplattform für individualisierte Impfstoffe

Innovationsakademie Biotechnologie
Dr. Ralf Amann
Eberhard Karls Universität Tübingen - Interfakultäres Institut für Zellbiologie - Abt. Immunologie

Impfstoffentwicklung
Copyright: 
IFIZ | Universität Tübingen

Zuwendungsempfänger: Eberhard Karls Universität Tübingen
Förderung Sondierungsphase: 01.06.2012 - 30.04.2014; 48.926 Euro
Förderung Machbarkeitsphase: 01.08.2014 – 31.12.2016; 498.636 Euro

Projektbeschreibung

Obwohl seit Jahrzehnten eingehend an der Entwicklung von Krebsimpfstoffen gearbeitet wird, gibt es derzeit keinen zugelassenen, therapeutisch wirksamen Impfstoff. Dies liegt vor allem an der Verwendung von Impfstofftechnologien, die keine ausreichende T-Zellantwort induzieren können. Wünschenswert ist eine sichere Vektorplattform, die hohe Flexibilität und Variabilität für eine schnelle Integration und Expression mehrerer Fremdgene besitzt, und ohne Einsatz zusätzlicher Adjuvantien eine starke T-Zellantwort vermittelt. Die von uns entwickelte Orf-Virus- (ORFV-) Vektorplattform erfüllt all diese Anforderungen und sollte daher in einem klinisch relevanten Modell getestet werden. Hierfür wurde das Cottontail Rabbit Papillomavirus-Modell (CRPV) gewählt. Analog zur Erkrankung im Menschen kommt es nach Papillomvirusinfektion beim Kaninchen zur Tumorentstehung, wobei die Onkogene E6 und E7 als Angriffspunkt für eine Immuntherapie dienen können. Ein weiterer Vorteil des Systems ist, dass sich Kaninchen im Gegensatz zu Inzuchtmäusen genetisch unterscheiden und daher die Situation im Menschen widerspiegeln.

In der Machbarkeitsphase entwickelten wir rekombinante ORFV, welche Antigene aus dem Papillomvirus enthielten. Nach Tumorentstehung wurden die Tiere therapeutisch immunisiert und das Tumorwachstum beobachtet. Wir konnten zeigen, dass die Tumore nach Immunisierung gut kontrolliert werden und sich deutlich langsamer entwickeln. So waren bei Versuchsende die Tumore in den immunisierten Tieren im Mittel dreimal kleiner als bei den nicht-immunisierten Kontrolltieren. Die Ansprechrate lag bei 83% und auch komplette Heilung konnte beobachtet werden. Zudem war die therapeutische Immunisierung sehr gut verträglich und zeigte keinerlei Nebenwirkungen.

Derzeit wird die ORFV-Plattformtechnologie in Kollaborationen mit Pharmaunternehmen weiterentwickelt. Sie adressiert neben den therapeutischen Impfstoffen zur Behandlung von Krebs auch individualisierte Ansätze, klassische Impfstoffe gegen Infektionserreger sowie Impfstoffe für die Tiergesundheit.

  

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