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04.10.2006
GO-Bio

Neue Antibiotika gegen resistente Krankheitserreger

GO-Bio Runde 1
Prof. Dr. Dirk Bumann
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Antibiotika Tabletten
Copyright: 
Mara Zemgaliete - Fotolia

Zuwendungsempfänger: Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Förderung: GO-Bio Phase I (01.07.2007 bis 30.11.2011, 2.255.169 Euro)

Projektbeschreibung

Infektionskrankheiten sind jährlich für mehr als zehn Millionen Todesfälle verantwortlich, aber die rasante Resistenzentwicklung vieler Krankheitserreger schränkt die Therapiemöglichkeiten immer weiter ein. Trotz intensiver Forschungen konnten in den letzten 40 Jahren aber nur wenige neue Antibiotika-Klassen zur Zulassung gebracht werden. Da herkömmliche Antibiotika sich seit jeher gegen die immer gleichen 30 bakteriellen Enzyme richten, ist der Molekularbiologe Dirk Bumann schon seit einigen Jahren auf der Suche nach möglichen neuen Angriffspunkten für Antibiotika gegen resistente Krankheitserreger. In einer systematischen Studie zum Stoffwechsel eines bakteriellen Erregers hat Bumann 55 Angriffspunkte entdeckt, die bisher noch nicht gezielt von existierenden Antibiotika anvisiert werden und die nur die Erreger aufweisen. In der ersten Förderphase wurden insgesamt 60.000 Substanzen auf ihre Wirkung an diesen Angriffspunkten hin untersucht. E.coli-Bakterien, die mit targetspezifischen DNA-Sequenzen und damit verknüpften Fluoreszenzproteinen ausgerüstet wurden, dienen dabei als Biosensoren für mögliche Antibiotika-Kandidaten.

In der zweiten Förderphase will die 2009 gegründete Firma FreiBiotics (Geschäftsführer: Alfredo Bruno) nicht nur 300.000 weitere Substanzen untersuchen, sondern auch Pilze zu Antibiotika-Biosensoren machen. Die schon gefundenen möglichen Kandidaten sollen erste präklinische Tests durchlaufen. Zudem sind Kooperationen mit Pharmaunternehmen geplant, die die Plattform der Freiburger für eigene Screenings nutzen können. Derzeit ist Bumann im Gespräch mit verschiedenen Investoren.

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